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Historie
Beliebter Sommerfrischeort

Kurort Bad Sauerbrunn

Gemeindeamt

Eine kurze Entstehungsgeschichte

Der Name Sauerbrunn entsteht

Das Werden und Sein des Orts ist eng mit der Heilquelle verbunden. Das Heilwasser war schon seit Jahrhunderten unter dem Namen des Nachbarortes als "Pöttschinger Sauerquelle" bekannt. Erst mit der Errichtung der Bahnlinie 1847 bekam das Gebiet den Namen Pöttschinger Sauerbrunn. Dem rund 40 Häuser großen Ort Bad Sauerbrunn  wurde im Mai 1901 von einer Komitatskongregation der Titel Kurbad verliehen. 1909 erlangte der Kurort seine Selbstständigkeit und den Namen  Savanyúkút (damals noch Westungarn) - die eigentliche Geburtsstunde von Sauerbrunn.

Erster Kurbetrieb

Sanatorium Grimm Kurbadbetreib Innenansicht

Das erste Kurhaus ließ im Jahre 1853 Dr. Fink erbauen, der vom Fürsten Esterhazy die Heilquelle auf 20 Jahre gepachtet hatte. Dr. Fink ließ ein zweigeschossiges Kurhaus im "Schweizer Stil" mit 18 Zimmern, 14 separierten Wannenbäder und als besondere Attraktion ein großes Spiegelbad errichten. Dr. Fink kann als Begründer eines Kurbetriebes in Sauerbrunn angesehen werden.

1853 bestanden drei große Gebäude: Das 1803 errichtete Gasthaus, das 1846 fertig gestellte Stationsgebäude "Pöttschinger Sauerbrunn" und das Badehaus Dr. Fink. Oberhalb der Quelle entstand ein Kurpark. Als Dr. Fink verstarb, versuchten seine Erben die Quelle und das Grundstück rund um das Kurhaus zu erwerben, was aber seitens der Esterházyschen Güterverwaltung abgelehnt wurde.

Der Wiener Arzt Dr. Hermann Grimm kam als neuer Pächter der Badeanstalt nach Sauerbrunn und errichtete 1903 ein modernes Sanatorium und Kurinstitut. Der Kurort Sauerbrunn wurde in der Vorkriegszeit von hohen Militärs, reichen Gutsbesitzern und Kaufleuten gerne besucht und galt als idealer Sommeraufenthalt für die Bewohner von Wien und Budapest. Ein reges Leben entwickelte sich und die Kuranlagen waren vorbildlich. 1910 besaß Sauerbrunn 703 Einwohner und 225 Häuser und Villen. Mit der Errichtung von Villenbauten um 1873, die den verwöhnten Ansprüchen der adeligen Gäste genüge tun sollten, begann der Aufschwung des Kurortes. Diese prägen auch heute noch zum Teil das Ortsbild. Mit Errichtung eines Elektrizitätswerkes (ehem. Töpferei Maurer) begann die Elektrifizierung der Gemeinde. Viele der 3500 - 7000 Kurgäste waren in Privathäusern der Gemeinde untergebracht. Im Mittelpunkt des Kurbetriebes stand die Paul-Quelle. Sauerbrunn entwickelte sich inmitten der bäuerlichen Umgebung zu einer bürgerlichen Oase.

Kriegszeiten& Zwischenkriegszeiten

Der 1. Weltkrieg und seine Auswirkungen zerstörten die Exklusivität von Sauerbrunn. Nach Zusammenbruch der Donaumonarchie und Ende des 1. Weltkrieges wurden viele erholungsbedürftige Soldaten in Sauerbrunn untergebracht. Nach der Errichtung der Räterepublik im März 1919 übernahm ein Rätedirektorium die Gemeindevertretung, das die Kuranstalten sozialisierte und bis zum August desselben Jahres bestand. Während dieser Epoche wurde Deutschwestungarn der Republik Österreich zugesprochen. Die Übergabe des Landes Ende August 1921 scheiterte vorerst am Widerstand ungarischer Freischärler, konnte aber mit Hilfe des österreichischen Bundesheeres vollzogen werden.

Sauerbrunn wird Landeshauptstadt

Nach der Eingliederung des Burgenlandes (Westungarn) 1921 wurde nach einem günstigen Standort für die neue Landesverwaltung gesucht. Der Kurort Sauerbrunn eignete sich auf Grund der günstigen verkehrstechnischen Lage besonders und wurde zum Sitz der Landesverwaltung. Dadurch verlor die Gemeinde aber immer mehr als Kurort an Bedeutung. Viele Villen wurden als Ämter der Landesverwaltung besetzt. Erst eine Abstimmung des bgld. Landtages 1925 brachte eine Veränderung - Eisenstadt wurde neuer Sitz der Landesverwaltung.

Nach der Übersiedelung standen wieder viele Villen und Häuser leer und der Bevölkerung blieb als einziges Aktivum das Heilwasser. Nun strömten aus Wien, Wr. Neustadt und Sopron viele jüdische Familien nach Sauerbrunn, um hier im Sommer als Kur- und Sommergäste Ruhe und Erholung zu suchen.

 

  Bad Sauerbrunn um 1936

 

Der starke Zustrom von Kurgästen brachte dem Ort erneuten Aufschwung. Viele Einrichtungen wurden gebaut oder verbessert. Gasthäuser, Cafés und Konditoreien eröffneten, sonntägliche Kurkonzerte erfreuten sich regen Zuspruchs. In einigen Lokalen wurde sogar koscher gekocht und ein Schächter aus Mattersburg bereitete koschere Lebensmittel für den Sabbath vor. (Mehr Infos gibt es unter: Das jüdische Bad Sauerbrunn)

Mehlspeisen und süße Köstlichkeiten wurden in den zwei Konditoreien angeboten, und am Abend ging es oft bis Mitternacht recht heiter zu. Der Ort pulsierte nur so vor Leben.

Trotz geringer Mittel wurde zwischen 1921 und 1938 viel geschaffen und es wurde versucht, den Kurort zeitgemäß auszustatten. Dazu wurde auch der Kurpark 1926 angelegt, wobei die bestehenden Kastanienbäume in der Schubertallee einbezogen wurden. Die Paul-Quelle wurde neu gefasst und das Schwimmbad neu erbaut. Diese reizvolle Badeanlage war der Treffpunkt vieler Menschen aus den umliegenden Gemeinden, da es außer in Sauerbrunn keine Badeanlagen gab. 

 

Mit Eröffnung von Autobuslinien in den Jahren 1925 - 1930 seitens der Stadtgemeinde Wr. Neustadt bekam der Kurort noch eine zusätzliche Verkehrsanbindung neben der Bahn.

Nachkriegszeit & Wiederaufbau  

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges wirkte sich auch auf den Kurbetrieb verheerend aus. Alle wichtigen Kuranlagen wurden von den Raxbetrieben Wr. Neustadt für Rüstungszwecke belegt. Das Leben im Kurort änderte sich auch für die Bevölkerung schlagartig.  Rationierungen und Einschränkungen prägten das Leben der Bewohner.

Der Einmarsch der Russen nach dem Ende des 2. Weltkrieges brachte nicht die ersehnte Befreiung für die Bevölkerung. Die Russen besetzten Häuser und Villen, zerstörten Eigentum und verbreiteten mit ihren Greueltaten Angst und Schrecken. 

Die Kuranlagen waren größtenteils zerstört, der Einbruch von Süßwasser in die Paul-Quelle und die schlechte Versorgungs- und Verkehrslage des Ortes ließen die Hoffnung auf einen Wiederaufbau des Kurorts schwinden. Dort wo einst das Leben pulsierte, machte sich Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung breit.

 Paul Quelle nach 1945

Trotz vieler Schwierigkeiten war die Gemeindevertretung bemüht, den Ort aus dem Dornröschenschlaf zu holen, die Kriegsschäden zu beseitigen und die Basis für einen neuen Kurbetrieb zu schaffen.  Es wurde ein neuer Musikpavillon im neuen Kurpark errichtet, die Kanalisation errichtet und eine Neubohrung einer Gemeindequelle begonnen. 1967 fand man bei der Bohrung nach einer gemeindeeigenen Heilquelle in 86 m Tiefe, einen arthesischen Säuerling mit ausgezeichneter Heilwasserqualität. Das Ziel blieb weiterhin die Errichtung eines Kurhauses mit Bad.

Errichtung eines neuen Kurmittelhauses

Die Vorarbeit zur Realisierung eines Kurzentrums wurde mit der Gründung der Heilbad Betriebs-Ges.m.b.H geleistet. Als das Problem der Heranbringung des Heilwassers (ca. 300 m mit 15 m Höhenunterschied) ohne Qualitätsverlust gelöst werden konnte, stand der Grundsteinlegung am 18. Juni 1982 nichts mehr im Wege. Die festliche Eröffnung des neu errichteten Kurmittelhauses fand am 24. Mai 1985 im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt. Dieser Tag war für die Weiterentwicklung  und dem zukünftigen Aufschwung des Kurortes von größter Bedeutung.

Der Ausbau des Tourismus, sowie die hohe Qualität des Heilwassers berechtigte Sauerbrunn 1987 dazu, den Namen "Bad Sauerbrunn" zu tragen. Die Thermalquelle wurde  1997 erschlossen, was zum weiteren Ausbau des GesundheitsZentrums führte. 

Die Quelle & Onkologische Rehabilitation

 "DieQuelle"- neue Abfüllstation des Heilwassers

Das moderne Multifunktionsgebäude, in dem sich neben der neuen Sauerwasser-Abfüllstation auch ein Festsaal sowie eine kleine Regionsgreisslerei und Vinothek "DieGenussquelle" befindet, wurde im Jubiläumsjahr 2009 (100 Jahre Sauerbrunn) eröffnet. 

 Der Sonnberghof

Die Eröffnung des Onkologischen Rehabiltiationszentrums Der Sonnberghof im Jahr 2011 brachte dem Kurort und dem  Tourismus eine weitere Aufwärtsentwicklung. Etliche Investitionen in die Infrastruktur, Kultur und  Orstbildverschönerung waren Teil des neuen Erfolgskonzeptes, dessen Gelingen sich durch hohe Nächtigungszahlen niederschlug.

 

Durch Investitionen und zukunftsorientiertes Denken des Gemeinderates hat sich der Kurort auch in den letzten Jahren positioniert. Traditionelles mit Modernem zu vereinen, Gesundheit und Prävention in den Focus zu stellen, sich der natürlichen Ressourcen bewusst zu sein und nachhaltig zu agieren, ist der Weg, der den Kurort zum Erfolg führt.

 

Weitere interessante Details und Bilder zu Bad Sauerbrunn können Sie in der Ortschronik nachlesen:

Bad Sauerbrunn - Ortschronik in drei Teilen

Kosten: EUR 14,90

erhältlich in der Genussquelle Rosalia 

 

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